Aktuelles Weltthema

„Täglich werden zehn Frauen in Mexico durch Gewalt getötet“

Quelle: Pereda Martínez, Alicia, 2019: Ten women are murdered in Mexico every day, in: El Universal, 02.06.2019; https://www.eluniversal.com.mx/english/10-women-are-murdered-mexico-every-day

Die Lage der Frauen in Mexiko

Aktuell beschäftigen wir uns mit dem Thema „Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau“ und richten unseren Blick dabei auf die Situation der Frauen in Mexiko.

Die Gleichstellung der Geschlechter ist auch im 21. Jahrhundert lange nicht erreicht. Selbst in einem fortschrittlichen Land wie Deutschland gibt es in punkto Gleichberechtigung noch viel zu tun. Haushaltsführung, Kinderbetreuung oder die häusliche Pflege von Familienangehörigen lasten nach wie vor hauptsächlich auf dem Rücken der Frauen.

Und auch häusliche Gewalt gegen Frauen nimmt weiter zu. Das besorgniserregende ist, dass die Gewalt gegen Frauen auch am Arbeitsplatz, in Institutionen, auf der Straße und in Beziehungen im allgemeinen zunimmt.

Aber das Aufbegehren wächst zunehmend. Immer mehr Frauen auf der ganzen Welt zeigen Gewalt bei der Justiz an oder machen sie durch Schutz- und Unterstützungsdienste oder sogar in den sozialen Medien öffentlich. Die #Me too-Bewegung bildete einen wichtigen Anfang, viele bis dahin totgeschwiegene Fälle von sexueller Belästigung aufzudecken. Aber auch Frauen, die in Armut leben, die keine Chance auf Entwicklung hatten, die eine andere ethnische Herkunft haben, die andere sexuelle Vorlieben haben und/oder in Abhängigkeit leben, sind oft Opfer von Gewalt und müssen auch die Möglichkeit haben, gehört zu werden.

Um sexistische Strukturen abzuschaffen und Gleichberechtigung auf alle Ebenen zu erzielen, ist auch ein Dialog mit Männern notwendig. Ein Dialog, der nicht nur anklagt und angreift, sondern der einen gemeinsamen Blick auf Geschlechterbeziehungen erlaubt. Denn alte Geschlechterklischees sind tief in uns verankert und deshalb lange noch nicht überwunden.

In unserem Projekt möchten wir deshalb die Lage der Frauen am Beispiel von Mexiko thematisieren und dabei in einen gemeinsamen Dialog und Austausch treten u.a. mit unseren Partner*innen aus einem mexikanischen Frauennetzwerk, denen wir eine Stimme geben wollen. Mit unserer Initiative unterstützen wir Proteste gegen die Ungleichbehandlung von mexikanischen Frauen. In dem latein-amerikanischen Mexiko sind Machismo, Gewalt und Missbrauch gegen Frauen alltäglich. Femizide sind häufige Verbrechen: hier werden Frauen getötet, weil sie Frauen sind.

Etwa zehn mexikanische Frauen fallen täglich der Gewalt zum Opfer, meistens verübt durch den Ex-Partner und oft einfach willkürlich. Doch einige Gruppen der mexikanischen Gesellschaft wehren sich zunehmend. Sie protestieren zu Zehntausenden auf den Straßen. Sie erheben lautstark ihre Stimmen, um die Gewalt zu stoppen. Sie fordern Gerechtigkeit, Aufklärung von Gewaltdelikten und eine Verurteilung der Täter. Sie kämpfen gegen Korruption und für ein besseres Sexualstrafrecht. Sie beanspruchen mehr Rechte als Frauen. Wir wollen den langen anstrengenden Weg, dieser mutigen Frauen sichtbar und hörbar machen und alle überall einladen, ihren Stimmen noch mehr Kraft zu geben.

Quellen zum Nachlesen: